Die Philosophie der Partnerschaft und des Erfolgs

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by Ketevan Zazanashvili

Von Ketevan Zazanashvili, aus dem Englischen übersetzt von Feodora Khan, mit freundlicher Genehmigung von „WDC Dance Archives“

Vor kurzem habe ich den  Dokumentarfilm ‘Ballroom Dancer’ gesehen, in den Hauptrollen waren Herr Kriklyvyy und Anna Melnikova. Dieser Film hat mich dazu inspiriert, ein paar Worte über meine Ansichten im Bezug auf das Thema  Partnerschaft im heutigen Tanzsport zu sagen.

Das erste, was mir in den Sinn kam, war das Wort „Teamwork“. Wir als Turniertänzer sollten nicht vergessen, dass wir als Tanzpaar  auch ein gewisses Team sind. Wir müssen “Eins“ werden, dennoch bleiben wir Individuen. Inklusive Ihrem Trainer (Ihren Trainern) müssen Sie einen positiven Teamgeist schaffen. Ansonsten ist der Misserfolg  nicht zu vermeiden.

An dieser Stelle würde ich  gerne kurz etwas  über die wichtigsten Punkte zum Thema Partnerschaft sagen; dazu werde ich diesen Film als Beispiel verwenden.

Zunächst einmal möchte ich mit der Kommunikation im Paar und dem  Verhalten gegenüber ihrer Tanzpartnerin oder ihrem Tanzpartner beginnen.

Wir müssen verstehen, dass  je mehr die Menschen  einander nahe sind, desto weniger “Grenzen” gibt es. Außerdem, wenn ein Paar eine romantische Beziehung hat, dann sind die Grenzen der kommunikativen ‘Ethik’ verwischt oder nicht vorhanden, was bedeutet, dass es leichter ist, Ihrem Partner zu sagen, was Sie denken. Und es ist außerdem einfacher, auch die andere Person zu verletzen.

Ich beharre stark darauf, dass, selbst wenn wir der anderen Person sehr nahe sind, es nicht bedeuten muss, dass alles erlaubt ist und dass einander alles gesagt werden darf.

Es muss eine Art Moralgrenze geben, die die Partner entweder schon haben  oder über die sie vor dem Beginn einer Partnerschaft reden müssen oder zumindest am Anfang von einer. Angesichts meiner eigenen Erfahrung  habe ich bemerkt, dass die Leute für gewöhnlich sich von außen so nicht sehen können. Wenn die Grenze überschritten wird, ist es fast unmöglich, das Verhalten zu ändern, vor allem wenn dieses Verhalten eine Gewohnheit ist. Es wäre besser,  wenn die Person von Anfang weiß, wo er/sie sich beherrschen und kontrollieren muss.

Ein anderer Punkt ist für mich ebenfalls von Wichtigkeit

Sprechen Sie mit Ihrem Partner in einer höflichen Form, wenn Sie etwas in der Partnerschaft nicht mögen oder  Unzufriedenheit empfinden. Seien Sie jedoch vorsichtig, denn  das sollte sich nicht in eine Beschwerde oder in Vorwürfe gegen die andere Person äußern. Bedenken Sie, dass mit  Beginn von Vorwürfen eine Partnerschaft  auch gleichzeitig enden kann. Selbst wenn einer der Partner Recht in der Sache hat, über die  sie sich streiten,  ist es dennoch  gemein und respektlos, dies  der anderen Person in einer negativen Weise zu sagen.

Außerdem, wenn sich einer der Partner ständig auf die ‘Fehler’ des anderen Partners konzentriert, bedeutet dies, dass er/sie sich  nicht wirklich auf seine/ihre Leistung konzentriert. Folglich nehmen diese Vorwürfe eine schmale subjektive Art an und tatsächlich kann die Person, die beschuldigt, jene sein, die es “ falsch macht“.

Zudem, abgesehen von den  negativen Gefühlen dem Partner gegenüber, zerstört solch ein Verhalten auch die Selbstachtung und das  Vertrauen des “Opfers“.

Der beste Ausweg, meiner Meinung  nach, wäre  ein immer vorhandenes ‘drittes Auge’ eines Trainers oder einer Trainerin.  Wenn jedoch ein  Paar nicht im Stande ist, diese ständige Kontrolle von außen zu haben, müssen sie sich über die Form des Trainings einig werden und wieder im Voraus darüber reden. Eine andere Hilfe wäre, das Tanzen per Videoaufnahme festzuhalten-es ist eine Art, objektiver zu sein (…).

Wieder zu unserer Verstandesleistung: Ich will an dieser Stelle anmerken, dass es sehr wichtig ist, wie Sie an Problemen oder Nöten in Ihrem Leben herangehen(nicht nur auf das Tanzen bezogen). Wenn Sie an die pessimistische negative Einstellung gewöhnt sind, kann das fatal sein. Die Antwort, um das Problem zu lösen, kann  vielleicht im positiven Denken liegen. Gemeint ist, dass wir uns darauf konzentrieren müssen, was wir tatsächlich WOLLEN,  und nicht, was wir NICHT wollen. Wenn wir uns  während des Trainings auf einen Fehler konzentrieren (oder der Partner uns ständig an den Fehler denken lässt), ziehen wir diesen Fehler durch die Beschleunigung unseres negativen Denkens an.

Verharren Sie niemals auf diesen Fehler, während Sie tanzen!! Je mehr Sie die ‘Annäherung’ dieses Fehlers fühlen werden, desto weniger werden Sie im Stande sein, es zu ändern. Eine bessere Denkart würde darin bestehen, wie man den Fehler korrigiert, welche Wege es gibt, etwas zu ändern.

Und es ist für beide Partner wichtig, dieselbe positive Einstellung zu haben.  Wenn einer der Partner eine negative Einstellung hat, wird  die Partnerschaft, so denke ich, nicht lange halten.

Ein anderer entscheidender Faktor ist Selbstkritik, der Idealismus und Perfektionismus.

Was ich an dieser Stelle meine ist, dass, obwohl wir kritisch zu uns sein müssen, diese Kritik jedoch objektiv sein sollte. Wenn Selbstkritik die Grenze der Objektivität überschreitet, verwandelt diese  sich zu einer  selbstzerstörerischen Kraft.

Wieder ist es die Sache mit  der positiven Ansicht auf das Problem. Wenn man sich als d Träger der Negativität sieht, und sogar große Erfolge als Misserfolg gesehen werden – kann es eine Sache des Minderwertigkeitskomplexes sein. Die Person fängt an, sich von innen zu „ verschlingen“; folglich ist der Misserfolg wieder unvermeidlich.

Idealismus kann andererseits ein Helfer, sowie eine  zerstörende Kraft sein. Wenn wir um das Ideal nicht kämpfen werden, werden wir nicht dazu fähig sein, unser Potenzial auszuschöpfen und Erfolg zu haben. Andererseits kann Idealismus auf der anderen Seite unser Potenzial ebenso zerstören. Da das Ideal eine völlig subjektive Substanz ist, kann nichts allgemein vollkommen sein. D.h., wenn ein Tänzer zu idealistisch ist und perfektionistische und unrealistische Anforderungen an sich und an den Partner stellt, ist er/sie für gewöhnlich unfähig, zu performen und sich zu verwirklichen. Das verursacht natürlich Frustration und eine negative Einstellung gegenüber sich und dem Partner, was auch zum Misserfolg führt.

Die richtige positive Atmosphäre während des Trainings ist ebenfalls ein grundlegender Punkt

Hier muss ich mit Frau Melnikova übereinstimmen, die der Ansicht ist, dass wenn sich einer der Partner negativ, aggressiv, geladen von anderen Problemen fühlt oder sich erschöpft und müde usw. fühlt, dann wird das Training nicht effektiv sein  können. Wenn ein Tänzer die Fähigkeit besitzt, mit Energie zu arbeiten und diese zu fühlen, dann würde er/sie den Gemütszustand seines/ihres Partners vor oder während des Trainings besser verstehen können. Sich positiv auf das Training einzustellen, ist eine wahre Philosophie. Man sollte im Stande sein, die Energie sehr schnell zu schalten. Das ist wirklich hoher Professionalismus,  welches  das Ergebnis einer konstanten Selbsterkenntnis ist (…).

Ein anderer Schlüssel zum Erfolg
Ein gut geplantes Training und die richtigen Trainer; vorzugsweise sollte man wenige “ Haupttrainer“ haben-maximal drei.

Da alle Menschen verschieden sind und sie alle verscheiden im Verarbeiten von Informationen sind, sollte man in der Auswahl eines Trainers sehr sorgfältig sein. Wählen Sie denjenigen aus, den Sie verstehen und mit dem Sie die gleiche Einstellung teilen. Ich würde empfehlen, nicht mit zu vielen Trainern zu arbeiten, weil zu viel verschiedene Informationen, selbst wenn es sich um dasselbe Thema handelt, sehr verwirrend sein können.

Im Bezug auf das Training selbst, bevorzuge ich persönlich eine detailreiche Analyse. Deshalb ist  für mich ein gut geplantes Training äußerst wichtig bis hin  zur Planung des Themas des Trainings (zum Beispiel: Fußarbeit in der Rumba-Folge). Ich bin nicht sehr gut darin, an etwas zu arbeiten, was ich selber noch nicht ganz verstanden habe.

Konsequenz ist daher der Schlüssel zum Erfolg.

Ein weiterer Gedanke:

Ich möchte einen weiteren Gedanken mit Ihnen teilen (vom Film inspiriert) über die Einstellung des Trainers.
Ich bin wirklich empört, wenn ich eine Situation sehe, in der  der Partner und sein/ihr Trainer über den anderen Partner (und seine/ihre Fehler usw.) reden, während die Person, über die ‘geredet wird’, im gleichen Raum ist. Für mich persönlich, ist es eine enorme Form der Respektlosigkeit gegenüber jeder Person in so einer Situation.

Ich glaube, dass ein  wirklich guter Trainer vor allem ein guter Psychologe sein sollte; folglich ist so eine Einstellung für mich inakzeptabel (…).

Nicht zuletzt ist die  Haltung zum eigenen Tanzen von Wichtigkeit.

Vor allem sollten Sie nicht Angst vor dem Misserfolg haben, denn wenn Sie sich auf das negative Ergebnis konzentrieren, wird es Sie  unter Stress und Druck setzten.

Das Einzige, was wir fürchten sollten, ist die Furcht selbst!

Stellen Sie  sich der Angst gegenüber und lernen Sie, damit umzugehen.

Zweitens sollten Sie einfach  Freude daran haben, zu tanzen und tanzen Sie gerade, weil Sie es  lieben zu tanzen und nicht nur, um einen Titel zu gewinnen.  Wenn Sie die Einstellung zum Tanzen haben, dass es eine langweiliger „ alltäglicher Job“ ist, den Sie tun müssen, um voranzukommen, werden Sie scheitern.

Man sollte bedenken, dass Turniertanz, selbst wenn es Tanzsport genannt wird, dennoch eine Art Kunst ist, und das Ziel der Kunst ist es, eine Botschaft der Liebe, Schönheit und Wärme zum Publikum zu vermitteln.

Wenn Ihre Seele also nicht fliegt, wenn Sie tanzen, wird es Ihnen nicht gelingen, erfolgreich zu sein, da Erfolg ohne die Seele nur eine Illusion ist.

Deshalb, um alles zusammenzufassen, würde ich wieder einige Punkte nennen, die für mich in einer Partnerschaft sehr wichtig sind:

– Kommunikation und Verhaltenswerte in einem Paar

– Teamwork

– Aufrichtigkeit

– Positive Atmosphäre beim Training

– Objektive Selbstkritik

– Positives Denken und die Fähigkeit mit einem Dilemma  umzugehen

– Verminderung des Angst-Faktors

– Die gut ausgewählte  und begrenzte Anzahl von Trainern

– gut geplantes Training und Konsequenz

Für mich sind diese Punkte der Schlüssel zum Erfolg.

Jeder Schritt, den wir im Leben machen, hängt von unseren täglichen Entscheidungen ab. Sie sind die entscheidenden Elemente im Aufbau unserer Zukunft. Folglich müssen wir mit allen Entscheidungen  sehr sorgfältig sein, insbesondere mit der unserer Wortwahl, die eine andere Person glücklich oder im Gegenteil auch  traurig und unglücklich machen kann.

Deshalb denke ich, dass wir in unseren Denkfehlern niemand anderen als uns selbst verantworten sollten.

WIR ENTSCHEIDEN, WAS WIR DURCH UNSERE TATEN, ENTSCHEIDUNGEN UND UNSERE WORTE SEIN WOLLEN.

Und bedenken Sie,  dass Sie nicht tanzen, weil Sie jemanden beglücken wollen oder es müssen; Tanzen Sie an erster Stelle für Ihr eigenes Vergnügen.

Lassen Sie Ihre Seele fliegen, tanzen Sie mit Ihrem Herz und seien sie glücklich – teilen Sie dieses Glück mit Ihrem Partner und dem Publikum. Nur dann werden Sie im Stande sein, die Herzen anderer zu berühren.

Tanzen Sie nur, weil es lieben, zu tanzen…Selbst wenn Sie in Blackpool tanzen…

VOR ALLEM, wenn Sie in Blackpool tanzen…

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